Schulers Books (Einige Gedichte - 7/7)

- Einige Gedichte - 7/7 -


Selig durch die Liebe Götter--durch die Liebe Menschen Göttern gleich! Liebe macht den Himmel Himmlischer--die Erde Zu dem Himmelreich.

Weibliches Urteil

Männer richten nach Gründen; des Weibes Urteil ist seine Liebe: wo es nicht liebt, hat schon gerichtet das Weib.

Winternacht

Ade! Die liebe Herrgottssonne gehet, Grad über tritt der Mond! Ade! Mit schwarzem Rabenflügel wehet Die stumme Nacht ums Erdenrund.

Nichts hör ich mehr durchs winternde Gefilde Als tief im Felsenloch Die Murmelquell, und aus dem Wald das wilde Geheul des Uhus hör ich noch.

Im Wasserbette ruhen alle Fische, Die Schnecke kriecht ins Dach, Das Hündchen schlummert sicher unterm Tische, Mein Weibchen nickt im Schlafgemach.

Euch Brüderchen von meinen Bubentagen Mein herzliches Willkomm! Ihr sitzt vielleicht mit traulichem Behagen Um einen teutschen Krug herum.

Im hochgefüllten Deckelglase malet Sich purpurfarb die Welt, Und aus dem goldnen Traubenschaume strahlet Vergnügen, das kein Neid vergällt.

Im Hintergrund vergangner Jahre findet Nur Rosen euer Blick, Leicht, wie die blaue Knasterwolke, schwindet Der trübe Gram von euch zurück.

Vom Schaukelgaul bis gar zum Doktorhute Stört ihr im Zeitbuch um. Und zählt nunmehr mit federleichtem Mute Schweißtropfen im Gymnasium.

Wie manchen Fluch--noch mögen unterm Boden Sich seine Knochen drehn-- Terenz erpreßt, trotz Herrn Minellis Noten, Wie manch verzogen Maul gesehn.

Wie ungestüm dem grimmen Landexamen Des Buben Herz geklopft; Wie ihm, sprach itzt der Rektor seinen Namen, Der helle Schweiß aufs Buch getropft.--

Wo red't man auch von einer--e--gewissen-- Die sich als Frau nun spreißt, Und mancher will der Lecker baß nun wissen, Was doch ihr Mann baß--gar nicht weißt.

Nun liegt dies all im Nebel hinterm Rücken, Und Bube heißt nun Mann, Und Friedrich schweigt der weiseren Perücken, Was einst der kleine Fritz getan--

Man ist--Potz gar!--zum Doktor ausgesprochen, Wohl gar--beim Regiment! Und hat vielleicht--doch nicht zu früh, gerochen, Daß Plane--Seifenblasen sind.

Hauch immer zu,--und laß die Blasen springen; Bleibt nur dies Herz noch ganz! Und bleibt mir nur--errungen mit Gesängen-- Zum Lohn ein teutscher Lorbeerkranz.

Zum Geburtstag der Frau Griesbach

Mach auf, Frau Griesbach! Ich bin da Und klopf an deine Türe. Mich schickt Papa und die Mama, Daß ich dir gratuliere.

Ich bringe nichts als ein Gedicht Zu deines Tages Feier; Denn alles, was die Mutter spricht, Ist so entsetzlich teuer.

Sag selbst, was ich dir wünschen soll; Ich weiß nichts zu erdenken. Du hast ja Küch und Keller voll, Nichts fehlt in deinen Schränken.

Es wachsen fast dir auf den Tisch Die Spargel und die Schoten, Die Stachelbeeren blühen frisch, Und so die Reineclauden.

Bei Stachelbeeren fällt mir ein: Die schmecken gar zu süße; Und wenn sie werden zeitig sein, So sorge, daß ich's wisse.

Viel fette Schweine mästest du Und gibst den Hühnern Futter; Die Kuh im Stalle ruft muh! muh! Und gibt dir Milch und Butter.

Es haben alle dich so gern, Die Alten und die Jungen, Und deinem lieben, braven Herrn Ist alles wohlgelungen.

Du bist wohlauf; Gott Lob und Dank! Mußt's auch fein immer bleiben; Ja, höre, werde ja nicht krank, Daß sie dir nichts verschreiben!

Nun lebe wohl! Ich sag ade. Gelt, ich war heut bescheiden? Doch könntest du mir, eh ich geh, 'ne Butterbemme schneiden.


Einige Gedichte - 7/7

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